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Rückenprotektoren

Rückenprotektoren

Rückenprotektoren sind im Motorradsport seit vielen Jahren im Einsatz. Die ersten speziell für den Reitsport gefertigten Rückenprotektoren, damals ausschließlich Modelle mit Kunststoff-Schuppen, wurden vor ca. 10 Jahren konzipiert. Ziel ist der alleinige Schutz der Wirbelsäule. Hierzu wurden Hartplastik-Schalen schuppenförmig auf ein gut dämpfendes Polstermaterial aufgebracht. Die Schuppen wirken stoßdämpfend und schützen die Wirbelsäule bei Stürzen auf spitze Gegenstände. Inzwischen kommen hauptsächlich Protektoren aus mehrlagigen Schaumschichten zum Einsatz, die den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen. Anstatt einer Hartschale werden hier mehrlagige, oftmals thermoelastische Schäume in mehreren Lagen verarbeitet, die neben der besseren Stoßabsorption nicht nur weniger Gewicht mit sich bringen, sondern sich auch an die Anatomie des Rückens anpassen. Die Befestigungskonstruktion entspricht weitestgehend der eines Rucksacks: Der Wirbelsäulenschutz wird von 2 Schulterträgern und einem breiten Bauchgurt mit Klett gehalten.
Rückenprotektoren sind jedoch kein zugelassener Schutz bei Geländeprüfungen der Vielseitigkeitsreiterei. Für Springprüfungen im Parcour ist kein Rückenschutz vorgeschrieben hier sind Rückenprotektoren ebenso wie Schutzwesten zulässig.


Ein qualitativ hochwertiger und folglich sicherer Rückenprotektor ist bereits am Preis zu erkennen. Billig produzierte und kostengünstig verarbeitete Materialien, können nicht die selben Sicherheitstandards erfüllen wie Protektoren aus hochwertigem Memory-Schaum mit separat gesetzten Nieten in splitterfreiem Kunststoff. Billige Schaumstoffe passen sich dem Körper nicht an und wirken nur unwesentlich stoßabsorbierend. Sind die Nieten in billigem Kunststoff eingegossen und nicht separat gesetzt, können sie im Falle eines Sturzes wie Nägel in den Rücken stechen, der Kunststoff splittern und dem Reiter schwere Schnittwunden hinzufügen.


Prüfnormen bei Rückenprotektoren

Im Gegensatz zu Sicherheitswesten, unterliegen Rückenprotektoren in Deutschland der CE-Norm EN 1621-2. Die Schlag- und Stoßprüfung der Sicherheitswesten und Rückenprotektoren basiert auf den Standards, die auch für Motorrad-Schutzausrüstung angesetzt werden. Da es hier primär um die Dämpfungseigenschaften im Wirbelsäulenbereich geht, spricht nichts gegen eine Anwendung dieser Norm im Pferdesportbereich, zumal es bislang keine entsprechende Norm speziell für Reitsport-Rückenprotektoren gibt. Bei der EN1621-2 gibt es verschiedene Sicherheitsstufen, je nach Dämpfungsgrad bzw. Restschlagkraft. Die Höchstgrenze der Restdurchschlagkraft bei Level I Protektoren beträgt 18kN, wohingegen Level II 9kN umfasst. Aus Sicherheitsgründen empfehlen wir ausschließlich Protektoren gemäß EN 1621-2 Level II zu wählen.
Trotz der hohen Unfall- und Verletzungsgefahr, ist das Tragen von Protektoren und Schutzwesten im Reitsport keine Pflicht. Allein in der LPO (Leistungs-Prüfungs-Ordnung) der Fahrer und Vielseitigkeitsfahrer ist seit 2000 das Tragen von Sicherheitswesten durch die FN vorgeschrieben. Die Sicherheitswesten sollten dabei mindestens der EU-Norm EN 13158 Level 3 entsprechen. Diese ist jedoch nicht verpflichtend.


Die richtige Passform des Rückenprotektors

Die richtige Passform eines Rückenprotektors ist essentiell. Ungeübte Reiter, Kinder oder auch Reiter 'schwieriger' Pferde stürzen häufiger und sind folglich einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt. Ist der getragene Wirbelsäulenschutz zu groß, besteht das Risiko, dass er beim Sturz in den Nacken rutscht und den Reiter im Halsbereich verletzt.
Idealerweise wird im Sitzen auf einem Stuhl oder noch besser in einem Sattel gemessen. Die Rückenlänge wird vom Steißbein aufwärts bis zum ersten ertastbaren großen Halswirbel (7. Halswirbel, Vertebra prominens) gemessen, indem mit dem Maßband dem Wirbelsäulenverlauf gefolgt wird. Um das Aufsitzen bzw. Kollidieren mit dem Hinterzwiesel zu vermeiden, sollte der Abstand zum Sattelkranz in etwa 3-5cm betragen. Unbedingt zu vermeiden ist weiterhin eine Überlänge im Genickbereich: Das Rückenteil darf den 7. Halswirbel in keinem Fall überragen. Liegt der Rückenprotektor oberhalb diesen Wirbels, ist das Risiko eines Genickbruchs bei einem Sturz deutlich erhöht. Deshalb sollte auch beim Kauf von Zwischengrößen berücksichtigt werden, dass eher auf die kürzere anstatt der längeren Variante zurückgegriffen wird. Da moderne und den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechende Protektoren aus thermoelastischem Schaum gefertigt sind, sollten diese Modelle bei der ersten Anprobe etwa 5min getragen werden, damit sie sich dem Körper anatomisch korrekt anpassen können.

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